Mit Deinem Hund Longieren

auf die klassische oder kreative Art - die acht beliebtesten Varianten im Überblick

Auf Distanz und mit viel Spaß auf Deine Signale achten?

Das lernt Dein Hund beim Longieren, einer tollen Freizeitbeschäftigung, die viel mehr Abwechslung bietet, als viele am Anfang denken. Und es gibt bestimmt gleich mehrere Varianten, die auch Dir und Deinem Hund viel Spaß machen werden. Egal ob groß oder klein, Rennsemmel oder eher gemütlicher unterwegs. Auf dieser Seite findest Du eine Übersicht 8 verschiedener Arten zu longieren.

Die Kreisarbeit lässt sich abwechslungsbereich und kreativ immer wieder variieren. Es kommt keine Langeweile auf, denn es gibt immer wieder neue Herausforderungen gemeinsam für die Teams zu meistern. Das Longieren mit Hund fördert die Bindung, Distanzarbeit, Motivation und Kommunikation. Du und Dein Hund lernen wechselseitig Eure Körpersprache zu beobachten und darauf immer besser zu reagieren.

Die Vielfalt des Longierens

Dazu zählen unter anderem die Arbeit mit Targets, verschiedene Hindernisse, Aufgaben wie Sitz & Platz im Wechsel, Apportieren oder Ignorieren von Gegenständen am Kreis, Tricks auf Distanz oder die Gangarten-Wechsel (Schritt, Trab, Galopp), Cavalettis und vieles mehr. So werden auf immer wieder neue Art und Weise die Aufmerksamkeit Deines Hundes und die Distanzkontrolle sowie die Kommunikation zwischen Dir und ihm gefördert. Beim Hund Longieren lernen wir, unsere Signalgebung immer weiter zu verfeinern und zu verbessern. Und die Hunde machen immer freudiger und motivierter auf immer größere Distanz mit.

1. Longieren mit Geräten

Den meisten Hunden und auch ihren Menschen macht das Longieren von Anfang an viel mehr Spaß, wenn die Kreise gleich zu Beginn mit verschiedenen Geräten wie zum Beispiel kleinen Hürden, einem Agility-Tunnel oder Targetscheiben ergänzt werden. Diese stehen oder liegen außen am Rand des Kreises und so hat der Hund Aufgaben am Kreis zu erledigen, die er bereits kennt und ihm Spaß machen. Und das hilft ihm, außen auf der Kreisbahn zu bleiben, auch wenn die Distanz zum Menschen mit der Zeit immer größer wird.

Zu Beginn wird der Hund innen entlang des Flatterbandes begleitet und mit Wort- und Sichtzeichen immer wieder einige Meter nach rechts oder links geführt, darf dabei über Hürden springen oder ab und an mit den Vorderpfoten auf einer Targetscheibe stoppen, je nachdem was dein Hund kennt und gerne macht. Sehr beliebt ist anfangs der Agility-Tunnel. Er hilft ebenfalls, dass die Hunde außerhalb des Zirkels bleiben und mit Freude um den Kreis laufen, auch wenn der Mensch sich immer mehr in Richtung Kreismitte vorarbeitet, um seinen Hund von dort zu dirigeren.

2. Tricks & Übungen auf Distanz machen fit für den Alltag

Eine weitere schöne Variante beim Hund Longieren ist es, ihn außen am Kreis wechselnde Übungen zeigen zu lassen. Das können ein einfaches Sitz oder Platz sein, aber auch Tricks, die der Hund auf Distanz zu zeigen lernt. So zum Beispiel “Twist” und “Turn” (sich einmal um die eigene Achse drehen) ein “Hasi” (kleines Männchen), die “Rolle” oder den “Diener” (die Verbeugung). Oder auch das Umrunden von Objekten wie zum Beispiel Fahnen, Pylonen, großen Tonnen oder Gymnastikbällen. Auch im Alltag beim Gassi gehen, finden sich in der Natur immer mal wieder Objekte oder Bäume, die man nutzen kann zum Umrunden. Und so lernt Dein Hund auch im Alltag auf Deine Signale zu achten und Spaß mit Dir gemeinsam zu haben und nicht nur mit den Umweltreizen.

Tricks und andere Übungen auch auf Distanz zu üben, ist eine große Hilfe im Alltag. Denn dann wird es leichter, dem eigenen Hund im Freilauf Signale geben zu können, die er zuverlässig ausführt, auch wenn er mehrere Meter von uns entfent ist. Zum Beispiel wenn von hinten plötzlich ein Fahrradfahrer auftaucht, der sich nicht durch Klingeln rechtzeitig bemerkbar gemacht hat. So hat man oft nicht mehr die Möglichkeit seinen Hund noch schnell zu sich zurück zu rufen. Dann ist es sehr hilfreich, ihn aus der Ferne mit Sicht- und Hörzeichen ein Stück nach rechts oder links an den Wegesrand schicken zu können und dort ins Platz abzulegen bis der Radfahrer vorbei ist. All das kannst Du spielerisch beim Longieren mit Hunden üben.

Lust aufs Longieren, aber Du weißt nicht wo und wie?

Stell mir gerne Deine Fragen! Schreib mir eine E-Mail oder melde Dich gerne auch direkt telefonisch bei mir. Wenn es bei mir gerade nicht passt, rufe ich zurück.

3. In Kombination mit anderen Sportarten

Die Kreisarbeit beim Longieren lässt sich auch wunderbar mit Elementen anderer Sport- und Beschäftigungsarten kombinieren. So wird das mit Hund Longieren viel interessanter und abwechslungsreicher.

Es können neben verschiedenen Basisübungen und Tricks auf Distanz außen am Kreis auch weitere Dogdance-Elemente und Kombinationen mit dem Hund gemeinsam in der Kreismitte gezeigt werden. Und der Hund anschließend wieder nach außen geschickt werden. Auch Elemente aus dem Treibball oder zum Beispiel auch Agility-Geräte können immer wieder neu kombiniert werden.

Meine Hunde und ich lieben insbesondere die Kombination mit Treibbällen. Auch diese sollen mal irgnoriert und daran vorbei gelaufen werden. Mal wird hinter einem gestoppt und dann die Richtung am Kreis geändert. Und ein anderes Mal darf ein Ball zu mir in die Mitte geschoben werden.

Das fördert die Aufmerksamkeit, Impulskontrolle, das Zuhören und auf Sichtzeichen achten, da mit den einzelnen Objekten immer wieder andere Übungen und Abfolgen trainiert werden.

4. Longieren mit mehreren Hunden

Mit dem Hund Longieren eignet sich auch prima, um die Impulskontrolle zu verbessern, indem man mit zwei Hunden und Menschen an einem Kreis arbeitet oder auch für Mehrhundehalter. So kann man trainieren, dass immer ein Hund am oder im Kreis abliegt, während der oder die anderen um den Kreis und den liegenden Hund flitzen.

Anfangs übt ihr am besten im Wechsel, und so dass der Trainingspartner oder eine Hilfsperson immer neben dem wartenden Hund steht oder hockt. Das ist wichtig, um den Hund, der gerade nicht dran ist ab und an fürs ruhig liegen bleiben belohnen zu können.

Mit etwas Übung geht es bald auch mit immer mehr Abstand zwischen der Hilfsperson und dem wartenden Hund. Eine Alternative wäre noch, den wartenden Hund an einer Leine zu sichern, falls Du keine Hilfsperson hast. Und schon bald wird jeder Hund seine Aufgabe verstanden haben 🙂 

Wenn Du gerne mit einer Freundin und deren Hund trainierst und sich beide Vierbeiner gut vertragen, und beide Mensch-Hund-Teams aufeinander achten oder sich absprechen, wer wo lang läuft, könnt ihr es auch mal parallel versuchen. So dass beide Hunde gleichzeitig in dieselbe Richtung oder auch gegengleich um den Kreis laufen, während sich beide Menschen in der Kreismitte befinden. Noch schwieriger für die Impulskontrolle wird es, wenn die Hunde jeweils mal unabhängig voneinander schneller und mal langsamer laufen dürfen oder gar zu unterschiedlichen Zeitpunkten mit einem geworfenen Spielzeug belohnt werden.

Auch Mehrhundehaltern bietet diese Longier-Variante eine tolle Möglichkeit, um zwei oder gar mehrere Hunde gemeinsam auszulasten. Noch herausfordernder wird es, wenn zwei oder mehrere Hunde gleichzeitig um den Kreis laufen dürfen. Denn dann wird die Signalgebung und Körpersprache mit Wort- und Sichtzeichen immer wichtiger, damit auch jeder Hund weiß, was er gerade tun soll. Das erfodert einiges an Übung.

Und ganz hohe Schule ist es, wenn mehrere Hunde den Longierkreis bildern und von einem laufenden Hund einzeln und außen komplett umrundet werden können. Auch dies lässt sich mit weiteren Distanzelementen noch variieren und ergänzen. Voraussetzung ist, dass sich alle Hunde bestens verstehen. Und auch hier bleiben die anderen Hundebesitzer zunächst neben bzw. in der Nähe ihrer abliegenden Hunde stehen.

5. Mit mehreren Kreisen

Je fortgeschrittener man wird, macht auch das Arbeiten an mehreren Kreisen viel Freude. Es eröffnet einem wieder viele weitere neue Möglichkeiten. Denn dabei wird der Hund nicht nur aus der Mitte eines Kreises dirigiert, sondern es steht der Mensch mal inner- und mal außerhalb der Kreise und dirigiert den Hund aus verschiedenen Positionen zum Beispiel in der Figur einer Acht oder großen Null um zwei oder auch drei oder mehrere Kreise im Wechsel. 

Beim Arbeiten mit einem Kreis war es das Ziel mit immer mehr Distanz zum Hund nach etwas Übung auch in größeren Kreisen in der Mitte zu stehen. Von dieser Position aus wird der Hund um den Kreis dirigiert und er darf auf Signal verschiedene Übungen oder Tempowechsel ausführen. Möchte man mit zwei Kreisen arbeiten, so muss der Hund lernen, dass er auch um einen ganzen Kreis laufen soll, wenn der Mensch nicht genau in der Mitte oder sogar außerhalb der Kreise steht. 

Dazu veränderst Du immer mal wieder Deine Position, bevor Du Deinen Hund nach einem kurzen Stopp erneut um den Kreis schickst. Immer ein Stückchen weiter zum Rand des Kreises… so lange, bis Du auch außerhalb des Kreises neben Deinem Hund stehen kannst und ihn von 

dort aus rechts und linksherum um den kompletten Kreis schicken.

Sobald dies klappt, kannst Du einen zweiten Kreis mit einem Abstand von ca. zwei bis drei Metern zum ersten Kreis aufbauen. Durch klare Signalgebung, wie geschicktem Ausrichten des eigenen Körpers sowie deutlichen Wortsignalen und Sichtzeichen, ist es dann möglich deinen Hund je nach Wunsch außen um beide Kreise (in Form einer großen Null) oder auch in Form einer Acht laufen zu lassen. So dass er in der Mitte zwischen beiden Kreisen kreuzt. Anfangs stehst Du dabei am besten zwischen beiden Kreisen. Mit der Zeit und etwas Übung ist es aber auch möglich deinen Hund aus der Mitte eines der beiden Kreise in Form einer Null oder Acht um beide Kreise zu schicken. Oder auch weitere Kreise hinzuzunehmen, die wie kleine oder auch größere Satelliten um einen Kreis angeordet sind, um die Du den Hund im Wechsel gezielt schickst. 

Auch dabei ist es möglich unter zusätzlicher Ablenkung mit zwei Hunden zu arbeiten sowie weitere Geräte, wie Tunnel oder Hürden mit hinzuzunehmen. Diese können anfangs auch als zusätzliche Hilfe eingesetzt werden, um die Übergänge von einem Kreis zum nächsten für den Hund klarer zu gestalten (siehe Foto/Skizze).

6. Mehrere Kreise ineinander

Statt mehrere Kreise nebeneinander kannst Du auch zwei oder gar drei Kreise umeinander aufbauen. Diese können gleich gestaltet sein, oder sich von Material und Höhe unterscheiden. Zum Beispiel indem Du einen Kreis mit Flatterband und ca. 10 cm aus der Erde ragenden Heringen und einen mit z.B. 50 cm hohen Stäben markierst. Oder Du verwendest für einen Kreis Flatterband und für einen anderen Pylonen. Das kann optisch eine Hilfe sein, da sie sich für die Hunde so deutlicher unterscheiden. Beim Arbeiten mit mehreren Hunden parallel können getrennte Kreisbahnen ebenfalls eine Hilfe oder neue Herausforderung sein. 

Aufgabe ist es, den Hund auf den unterschiedlichen Kreisbahnen zu führen. Und auf Signal weiter reinkommen zu lassen oder weiter rauszuschicken. Oder mehrere Hunde auf getrennten Bahnen wechselweise oder auch gemeinsam in die gleiche oder unterschiedliche Richtungen zu schicken.

Um die Übergänge bewusster zu gestalten kannst Du Elemente, wie Hürden oder Targetscheiben nutzen, um Deinen Hund von der einen Kreisbahn zur nächsten zu leiten. 

Zudem bieten sie wiederum neue Variationsmöglichkeiten. So können Hürden, die rund um einen Kreis stehen mal übersprungen aber auch mal umlaufen oder einzeln umrundet werden. Und auf den Targets kann auf Signale gestoppt und getrickst oder für einen Richtungswechsel kurz angehalten werden.

Spaß macht es auch zu üben, dass man sich selbst parallel oder gegengleich zum Hund auf einer der anderen Kreisbahnen befindet. Also mal nicht stehenbleibt, sondern außen mitläuft.

Lust aufs Longieren, aber Du weißt nicht wo und wie?

Stell mir gerne Deine Fragen! Schreib mir eine E-Mail oder melde Dich gerne auch direkt telefonisch bei mir. Wenn es bei mir gerade nicht passt, rufe ich zurück.

7. Longieren in Figuren

Neu ist das Longieren in Figuren. Dabei geht es um das gezielte Umrunden von Pylonen, Tonnen oder auch anderen Objekten, wie großen Gymnastikbällen. Der Hund wird in immer wieder neuen Formationen und Figuren geschickt. Also nicht mehr nur um einen Kreis, sondern um die einzelnen Elemente, die den Kreis markieren. Und zwar in immer wieder anderer Art und Weise.

Dabei wird insbesondere die klare Signalgebung des Menschen gefördert, denn nur, wenn er klare Signale gibt, die der Hund versteht, wird er die Figuren wie gewünscht laufen. So gibt es beispielsweise die “Margerite”, die “Perlenkette”, eine Wellenlinie, Yin und Yang Zeichen, “Achter & Schleifen”, das “Kleeblatt” und vieles mehr.

8. Longieren in Verbindung mit Apportieren

Für alle apportierfreudigen Hunde kann man auch dies kreativ beim Longieren mit Einsetzen. Sowohl beim Aufbau des Longierens und zum vergrößern der Distanz durch die Art und Weise der Bestätigung mit Apportiergegenständen. Aber auch als zusätzliche Herausforderung. So lege ich Apportiergegenstände auch mal an den Kreisrand oder auf Eimertonnen. Und ohne Aufforderung diese aufzunehmen, sollen die Hunde nur daran vorbeilaufen oder bei ihnen stoppen. Erst auf ein Signal hin dürfen sie sie nehmen

und mit dem Gegenstand im Maul weiter um den Kreis laufen und dabei auf die weiteren Signale achten und Übungen wie das Umrunden von Gegenständen ausführen. Und auf ein weiteres Signal sollen sie die Gegenstände entweder wieder ablegen oder ihrem Menschen bringen. Dies spielerisch beim Longieren zu üben, lohnt sich auch für den Alltag. Denn dann wird Deine Hund beim Gassi gehen künftig mit etwas Übung auch andere Gegenstände auf Signal und Entfernung auslassen, die er nicht aufnehmen soll.

Ich freue mich auf deine Rückmeldung!

Wie Du siehst, bietet das kreative Longieren eine unendliche Zahl vieler toller und abwechslungsreicher Varianten. Schreib mir doch bitte unten in die Kommentare, welche der Varianten Du schon selbst mit Deinem Hund ausprobiert hast? Und welche der Varianten Dich nach dem Lesen dieses Artikels reizen? Zu welchen wünschst Du Dir von mir ausführlichere Blog-Artikel, Videos oder Trainings-Anleitungen?

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