Viele Wege führen nach Rom. Der Clicker als Hilfsmittel im Training ist nur einer von vielen Wegen. Ich arbeite auch gerne mit anderen Markersignalen oder Lobworten. Und die Belohnung ist bei meinen Hunden auch nicht immer ein Leckerchen, sondern kann auch ein Spielzeug sein oder etwas anderes, was für den jeweiligen Hund in dem Moment eine Belohnung darstellt. Das ist bei meinen drei Buben Merlin, Malouk und Milino individuell sehr unterschiedlich. Je abwechslungsreicher und überraschender Du das Training und die jeweiligen Belohnungen gestaltest, umso mehr Spaß macht es auch deinem Hund. Und umso schneller lernt er. Im folgenden gebe ich Dir Tipps, rund um den Clicker, Marker, Lobworte und die passende Belohnung für Deinen Hund.

Immer wenn du deinem Hund durch das „Click“-Geräusch eines Clickers, dein Marker-Signal (zum Beispiel ein Zungenschnalzer oder ein besonderes und prägnantes Wort, dass Du nur im Training verwendest, wie “YES, JIPP, TACK…) oder auch dein Lobwort die Rückmeldung gibst, dass er jetzt gerade (in dem Moment in dem das Click-Geräusch, der Marker- oder das Lobwort erklang) etwas richtig gemacht hat, bekommt er dafür gleich eine Belohnung. Dies kann eine Futter- aber auch eine Spiel- oder sonstige Belohnung sein.

Der Vorteil beim Einsatz eines Clickers oder von Markersignalen ist, dass Du Deinem Hund die versprochene Belohnung auch mit kurzer zeitlicher Verzögerung geben kannst und er verknüpft sie dennoch mit dem zuvor gezeigten Verhalten. Somit musst du beim Training auch kein Futter mehr in der Hand halten, um möglichst schnell belohnen zu können.Denn ohne Futter vor der Nase können sich gerade die sehr futterorientierten Hunde besser auf die jeweiligen Übungen und Lernschritte konzentrieren. Futter in der Hand lenkt die Hunde meist sehr ab, da sie nur noch an die Leckerlis denken und wie sie da am schnellsten dran kommen. Nach der punktgenauen Rückmeldung mit dem Clicker oder Marker-Signal, dass dein Hund etwas richtig gemacht hat und gleich dafür belohnt wird, hast du dann immer noch genug Zeit, in Ruhe in deine Futtertasche zu greifen und ihm das versprochene Leckerli zu geben.

Wir Menschen werden ja auch nicht immer direkt belohnt. Oder wedelt dein Chef tagtäglich mit Geldscheinen vor deiner Nase herum, um dich zum Arbeiten zu motivieren? Das fändest du zwar toll, aber es würde doch sehr ablenken. Auch du musst darauf vertrauen, dass der Lohn für deine Arbeit folgt. Dein Hund hat sogar den Vorteil, dass er durch Clicker, Marker, Lobworte und die passende Belohnung auf seinen Lohn nicht bis zum Ende des Monats warten muss 😉

Und noch ein Beispiel 🙂 Wenn dir jemand für etwas was du für ihn getan hast, worüber er sich sehr freut nun verspricht, dich zur Belohnung dafür zum Eis essen einzuladen – freust du dich dann nicht sogar doppelt? In dem Moment, in dem Du das Versprechen bekommst – und dann nochmal, wenn es eingelöst wird und du das Eis isst? Genau so geht es deinem Hund. Deswegen macht Hunden Training über positive Verstärkung mit dem Clicker (oder auch mit Marker-/Lobwort) und Leckerli auch so viel Spaß! Denn der Clicker oder ein Markersignal kündigen eine Belohnung an, was Deinen Hund natürlich freut. Und dann freut er sich noch ein weiteres Mal, wenn er das Leckerli kurz danach tatsächlich bekommt.

Du darfst für euch herausfinden, was für dich und deinen Hund am stimmigsten ist und womit du am besten zurechtkommst. Für mich ist der Clicker ein Hilfsmittel, der in bestimmten Situationen oder Problemstellungen hilfreich sein kann. Ich nutze das Clickern zum schnelleren Verständnis eines neuen gewünschten Verhaltens, dass sich der Hund so selbst erarbeitet und wenn es um Feinheiten im Training geht.

Es gibt bei mir aber auch immer mal wieder Phasen ohne Clicker – dafür dann mit Lob- und einem Markerwort, welches von mir wie der Clicker gehandhabt wird. Das Lobwort bestätigt meine Hunde dann in Ihrem Tun und motiviert sie, so weiterzumachen bis das Markersignal – in dem Falle das Markerwort kommt. Das Markerwort kündigt – genau wie der Clicker als Markersignal– eine Belohnung an (Futter, Spielzeug, oder auch eine andere Belohnung).

Noch zwei WICHTIGE HINWEISE:

  1. Das Markersignal ist ein Versprechen, das von Dir immer eingelöst wird. Auch wenn Du mal aus Versehen oder im falschen Moment ein Markersignal gegeben hast. Dann bekommt Dein Hund die versprochene Belohnung trotzdem. Denn es war ja Dein Fehler und nicht der von Deinem Hund 😉
  2. Fälschlicherweise hört man auch immer mal wieder, dass irgendwann nur noch der Click ausreichen würde, als Belohnung. Da sich der Hund über das Geräusch ja freut… Das ist aber falsch. Denn stell Dir das mal in Deinem Leben vor. Was wäre, wenn Dein Chef Dir für gute Leistung immer mal wieder einen Kaffee, ein Eis oder eine Gehaltserhöhung verspricht… diese Versprechen aber nicht immer oder irgendwann gar nicht mehr einlöst? Dann freust Du Dich anfangs noch über das Versprechen. Aber mal ehrlich… dann kommt ganz schnell auch Frust auf und Deine Motivation zur Mitarbeit sinkt, oder? Und genauso ist das auch bei Deinem Hund. Er würde dann schon bald nicht mehr so freudig mitmachen oder reagiert sogar mit Frust. Verständlicherweise 🙂

 

Möchtest Du noch mehr über Futterbelohnungen erfahren? Warum und wann sie sinnvoll sind? Dann könnte der Blogartikel inklusive Video von meiner Kollegin Antje Hebel von den Cityhunden interessant für Dich sein.

Hier geht es zum Artikel. Das Titel lautet: “Futterbelohnung mit Leckerlies – wann, warum, wie oft?

In diesem Beitrag erklärt Antje unter anderem den Unterschied, wann und wie Du Leckerlies zum Motivieren einsetzen kannst und was Du beim Leckerchen geben als Belohnung für ein gewünschtes Verhalten  beachten solltest. Darüberhinaus erfährst Du, dass gerade auch bei der Arbeit mit Angsthunden oder traumatisierten Strassenhunden Leckerlies und Futter unerläßlich sind.