Treibball: Wissenswertes zur Ballwahl und der richtigen Ballgröße für Deinen Hund

Ich werde immer wieder gefragt, zum Thema Treibball – welche Größe des Balls wähle ich am besten für meinen Hund? Und was gibt es bei der Ballwahl noch zu beachten?

Daher habe ich Dir in diesem Beitrag allerlei Wissenswertes zur Wahl der richtigen Ballgröße zusammengestellt. Doch zu Beginn für die allerersten “Stups-” und “Schieb”-Übungen muss es noch gar kein “richtiger” Treibball sein.

Themenübersicht:
1. Tipps für erste Treibball-Basisübungen noch ohne großen Ball
2. Treibball – welche Größe passt zu Deinem Hund?
3. In der Regel ist die Schulterhöhe ein guter Maßstab
4. Die ideale Ballgröße, je nach Größe des Hundes, gibt es nicht
5. Unterschiedliche Treibtechniken der Hunde und entsprechende Ballwahl
6. Was kosten die Bälle? Und wo bekommt man sie?
7. Und noch was zum unkaputtbaren Ferkelball und anderen Hartplastik-Bällen – diese sind fürs Treibball spielen nicht zu empfehlen!!!

1.) Tipps für erste Treibball-Basisübungen noch ohne großen Ball

Ich beginne ganz bewusst immer erst mit verschiedenen anderen Gegenstände und nur manchmal auch schon mit einem etwas kleineren Ball. Denn ich möchte dem Hund erst “erklären”, was er mit den großen Bällen später tun soll und auch schon Signale einüben, wie “Warte” (schieb noch nicht), “Stups” (stups einen Gegenstand und später den Ball einmal leicht an) und “Schieb” (stupse einen Gegenstand mit der Nase mehrmals an und “schieb” ihn so zu mir.

Denn es gibt Hunde, die sich anfangs von sich aus gar nicht für die großen Bälle interessieren, sich sogar davor gruseln… und manche wiederum finden die großen Bälle ganz schnell so attraktiv, dass sie beginnen sie zu wild zu treiben oder gar versuchen reinzubeißen. Und das sollte man mögllichst gänzlich versuchen zu vermeiden. Da diese Hunde später sonst immer wieder dazu neigen, ganz schnell hoch zu fahren und sich mit den Bällen lieber selbst bespaßen wollen.

Welche Gegenstände sind hilfreich für die ersten Treibball-Basisübungen?

Als Gegenstände zum “Stups” üben eignen sich zum Beispiel eine Fliegenklatsche, ein Kochlöffel oder ein Kegel. Einen Ball lege ich zu Beginn meist auf einen kleinen Reifen oder eine fest stehende Futterschüssel, so dass ich auch mal ein Leckerli unter dem Ball verstecken kann als zusätzlichen Anreiz den Ball mit der Nase wegzustupsen.

Wenn es dann daran geht, dass der Hund lernen soll einen Gegenstand mehrfach anzustupsen und so vorwärts und mit geschlossenem Maul zu seinem Menschen zu” schieben” eignen sich Gegenstände, die Dein Hund vorwärts schubsen kann, die aber nicht gleich von alleine weit rollen (z.B. ein geschlossener kleiner Pappkarton, ein umgedrehter Trinkbecher oder eine Müslischale aus Kunsstoff, ein großer Schaumstoffwürfel oder eckiger Schwamm, ein größeres Spielzeugauto oder Bobby Car).

Hilfreich kann auch ein Hocker sein, um die Gegenstände anfangs erhöht platzieren zu können, wenn Dein Hund bei Objekten am Boden dazu neigt immer gleich die Pfoten einsetzen oder lieber reinbeißen zu wollen. Und damit ihr Euch beide nicht so tief bücken müsst.

2.) Treibball – welche Größe des Balls passt zu Deinem Hund?

Wenn Du einen sehr kleinen Hund hast, dann sind Bälle aus der Spielzeug-Abteilung, die es in verschiedenen Größen und Materialien gibt vollkommen ausreichend. Bälle gibt es meist auch bei Kaufland, TEDI, KIK (dort auch etwas größere), Coop oder Migros.

Alle anderen Hunde spielen in der Regel mit handelsüblichen Gymnastikbällen mit einem Durchmesser von 42/45, 55, 65, 75 oder auch 85 cm). Welche Größe die richtige ist, hängt unter anderem auch von der Größe und vom späteren Treibstil Deines Hundes ab.

Faustregel für den Anfang: Neigt Dein Hund dazu, mit den Vorderpfoten auf den Ball zu steigen oder in den Ball hineinbeißen zu wollen – größere Bälle verwenden. Und ist ein Hund sehr klein oder hat er Angst davor – kleinere wählen.

3.) In der Regel ist die Schulterhöhe ein guter Maßstab

Meine Border-Collies haben eine Schulterhöhe von ca. 53 cm. Und sie spielen mit Bällen mit einem Durchmesser von 55 cm am besten und am liebsten. Sie spielen auch 45er oder 65er Bälle. Theoretisch können sie auch noch kleinere und noch größere schieben. Aber je kleiner der Ball ist, umso beschwerlicher ist er für manche Hunde zu schubsen, die gerne mit höherem Kopf und der Brust treiben. Und wenn er zu groß ist, kann dein Hund, wenn er hinter dem Ball steht, Dich und Deine Sichtzeichen nicht mehr gut sehen und auch nicht so gut, wohin er mit dem Ball läuft.

4.) Die ideale Ballgröße, je nach Größe des Hundes, gibt es nicht

Je nach individueller Treibtechnik des Hundes kann es sein, dass zum Beispiel zwei gleichgroße Border-Collies mit Bällen sehr unterschiedlicher Größe gut zurechtkommen. Mein Merlin treibt mit hoher Nase und schubst den Ball mit seiner rechten Wange und der Brust vor sich her und hält den Ball zusätzlich mit seinem rechten Bein gerade auf Kurs. Am liebsten spielt er mit 55 cm großen Bällen. Sind sie größer, hat er manchmal Probleme, das Tor auf Anhieb zu treffen, da er mich schlecht sieht. Sind die Bälle kleiner purzelt er beim Treiben, wenn der Ball in einer Bodenwelle kurz stockt, manchmal halb über den Ball. Mein Malouk schiebt die Bälle fast ausschließlich mit dem Nasenrücken und tiefem Kopf in Schlangenlinien vor sich her. So dass er sein Ziel immer wieder sieht. Bei ihm ist die Größe der Bälle egal. Und mit der Zeit hat er sehr viel Geschick entwickelt, den Ball in einer extremen Geschwindigkeit und sehr zielgenau zu mir zu schieben. Er liebt es aber auch kleinere Bälle mal in die Luft zu schnicken und sie wie ein Seehund ein paar Meter in der Luft auf der Nase zu halten 🙂

5.) Unterschiedliche Treibtechniken der Hunde und entsprechende Ballwahl

Die Hunde entwickeln mit der Zeit alle eine individuelle Treibtechnik. Je nachdem, wie sie meinen den Ball am besten vorwärtsbewegen zu können. So zum Beispiel mit der Nasenspitze, dem Nasenrücken, den Wangen, der Brust, den Pfoten… Wenn es mit der Technik, die Dein Hund von sich aus wählt gut klappt – super!

Es ist aber auch möglich die Treibtechnik durch entsprechendes Training zu beeinflussen und in Richtung einer anderen Art und Weise zu fördern, wenn einem die Treibtechnik des Hundes nicht gefällt. Zum Beispiel, weil er mit offenem Maul und den Zähnen an den Ball möchte. Oder mit den Pfoten versucht zu treiben und er den Ball damit nicht richtig lenken oder gut vorwärts bewegen kann.

6.) Was kosten die Bälle? Und wo bekommt man sie?

Die Gymnastikbälle kosten zwischen 5 und 20 Euro. Je nachdem, ob man Markenartikel im Fachhandel, Bälle in Internetshops oder in einem Discounter im Angebot kauft. Sie haben entweder glatte oder etwas angeraute Oberflächen. Beide eignen sich gleichermaßen und es entscheiden die persönlichen Vorlieben. Tendenziell halten die Markenbälle mehrere Jahre, die günstigen verlieren mit der Zeit ab und an etwas Luft. Ich mag die mit glatter Oberfläche lieber, da man sie wenn es matschig war besser wieder sauber bekommt. Und Hunde, die mit der Brust schieben wie mein Merlin bleiben an den rauen Bällen mit dem Fell immer etwas kleben, so dass sie Bälle mit glatter Oberfläche leichter schieben können.

7.) Und noch was zum unkaputtbaren Ferkelball und anderen Hartplastik-Bällen – diese sind fürs Treibball spielen nicht zu empfehlen!!!

Vereinzelt werden auch sogenannte Ferkelbälle und andere Hartplastik verwendet, da die Hunde in diese Bälle nicht hineinbeißen können. Ich persönlich setze sie gar nicht ein, denn sie tun den meisten Hunden weh, wenn sie versuchen, sie mit der Nase vorwärts zu bewegen. Meine Hunde arbeiten damit gar nicht gerne.

Aber ich hatte auch schon Hunde im Seminar, die die Ferkelbälle deutlich bevorzugt haben und eigene mitbrachten. Meist sind es aber Hunde, die sich damit bisher alleine bespaßen durften und sie endlos durch die Gegend „geballert“ haben. Ein „selbstbelohnendes“ Verhalten. Das ist beim Treibball nicht erwünscht, denn Mensch und Hund sollen gemeinsam spielen und der Hund ansprechbar bleiben.

Auch wenn Dein Hund dazu neigen sollte, in die Bälle beißen zu wollen, ist ein Ferkelball nicht unbedingt nötig. Wenn Du die Übungen langsam und bewusst in kleinen Lernschritten aufbaust und Deinem Hund so “erklärst” was er machen soll und was nicht. Es gibt Möglichkeiten, den Hund einzubremsen und die Übungen so zu gestalten, dass er ruhiger wird. In kleinen Schritten lernt er, mit den großen Bällen so zu arbeiten, wie Sie sich das wünschen. Statt des großen Balles bekommt er zum Beispiel dann nach dem ruhigen Treiben eine andere hochwertige Spielzeug-Belohnung, mit der er herumtoben darf.

Hast Du noch weitere Fragen? Oder mit welchen Bällen spielt Dein Hund am liebsten Treibball?
Schreib es mir hier unten in die Kommentare 🙂