Probiere es auch mal mit anderen Übungen und Tricks. Und was passiert, wenn du auch mal „falsche Worte” zu den „richtigen” Sichtzeichen sagst? Klappt die Übung dann trotzdem? Was bedeutet das? Sind deine Worte wirklich wichtiger als deine Sichtzeichen und deine bewusste und unbewusste Körpersprache? Welchen Einfluss haben weitere Faktoren, wie der Aufbau oder Startpositionen, deine und seine Blickrichtung etc.?

1.) Tricks mit Milino

Er ist sich bei den verschiedenen Tests relativ sicher und zeigt nur wenige Anzeichen von Verunsicherung.
Er zögert wenn nur kurz und wufft ab und an.

2.) Tricks mit Malibu

Im Vergleich zu Milino sieht man bei Malibu sehr viele Zeichen der Verunsicherung.
Was fällt dir an seinem Verhalten auf, was auf Unsicherheiten hindeuten könnte?

Video – Teil 1

Video– Teil 2

Ich habe es nach einer kurzen Pause nochmal probiert. Bei Malibu kannst du sehr deutlich sehen, wie unterschiedlich Hunde bei Unsicherheiten reagieren und wie vielschichtig ihre Reaktionen darauf sein können. Malibu kann die Übungen an sich auch. Aber er achtet vermehrt auf Sichtzeichen. Wenn ich mit ihm auf eine Art anfange zu trainieren, bei der ihm etwas fehlt (zum Beispiel die Sichtzeichen) oder etwas neu oder anders ist als gewohnt, dann ist er ganz schnell mega verunsichert.

Malibu zeigt das sehr deutlich mit vielen verschiedenen Anzeichen. Wenn ich mit ihm nicht kleinschrittig und für ihn klar verständlich mit einer neuen Übung ins Training starte, ist es von Anfang an holprig … Malibu wird dann immer hektischer, zappelig, unrund, beißt in den Schnee, bietet mir versuchsweise anderes Verhalten an, knurrt, wufft und geht, wenn es ihm zu viel ist, auch einfach aus der Situation.

Das siehst du ganz am Ende, da braucht er eine Auszeit zum Nachdenken und verarbeiten und sich wieder runterfahren und erden.

Und es wird auch nur langsam wieder besser … selbst wenn ich ihm mit zusätzlichen Sichtgeben dann gebe, was er braucht.

Video von Steffi und Henri im Vergleich

Und der kleine Havaneser Henri hat wieder eine andere Art, Unsicherheit zu zeigen. Er bleibt dann einfach ganz ruhig und still stehen und fragt nach. Hier siehst du ihn beim Treibball Freestyle Training mit Umrunden. Falsch wäre hier zu denken, dass er keine Lust auf Distanzarbeit hat. Wie man sieht, wird er, je sicherer er wird, immer schneller und freudiger.

Es gibt so vieles, auf das unsere Hunde achten, und zum Teil sind es auch Feinheiten, die uns manchmal überhaupt nicht bewusst sind, die für unsere Hunde aber eine große Bedeutung haben und sie sichtlich verwirren können. Und die Reaktionen sind dabei sehr unterschiedlich. Malibu zeigt sehr viele davon, und wahrscheinlich kommt dir das ein oder andere aus eurem Training bekannt vor, wie zum Beispiel:

  • kurzes Zögern
  • fragender Blick
  • kleine Kopfbewegungen
  • Niesen
  • Wuffen oder Bellen
  • näher kommen oder weggehen
  • andere Übungen anbieten
  • ins Gras oder in den Schnee beißen
  • alles, was nicht die abgefragte Übung ist

Auch wenn dir etwas davon bisher unscheinbar oder „nebensächlich” vorkam: Es kann ein wichtiges Zeichen dafür sein, wie es deinem Hund mit der Situation gerade geht. Darum ist Filmen so hilfreich – man sieht im Nachhinein oft viel mehr. Jeder Hund reagiert anders. Alles, was dein Hund zeigt, ist eine wertvolle Information für dich, kein Fehler.

Je klarer du in deiner Signalgebung wirst, umso sicherer wird eure Verständigung auf Distanz.

Ausblick: Ich zeige dir, was du aus der Basis-Übung „Umrunden” alles machen kannst – an kreativen Ideen & Beschäftigungsmöglichkeiten.